Wie weit kann man (in globalisierten) Zeiten wie diesen ein Netzwerk aufbauen, ohne dass man sich dabei real fortbewegen muss?
Ein Novum im Kunstbereich stellt hierbei das Konzept per se dar: Aus dem entstehenden Netzwerk ergibt sich ein kollektives, global gedachtes Kunstwerk. Das Kunstwerk ist somit nicht statisch und singulär, sondern dynamisch und besteht aus vielen Teilen, die sich im Prozess der Herstellung zusammenfügen.
Partizipation als künstlerisches Konzept
Über diverse Netzwerke (soziale wie mediale) werden deshalb ProjektteilnehmerInnen motiviert, Teil dieser Kunstaktion zu werden. Jede/r kann mitmachen!
Partizipiert wird durch das Einsenden einer oder mehrerer unbeschrifteter/n (!!!) Postkarte/n in einem Kuvert an folgende Adresse:
smallIworldIARTIproject, Postfach 20, 1095 Wien, Österreich. Zusätzlich sollen die TeilnehmerInnen dem Kuvert einen Zettel mit Zusatzinformationen (Name, Nationalität, eMail, Kontaktperson, Ist die Postkarte aus dem Wohnort?) beilegen.
Erwünscht sind alle erdenklichen Orte vom Bergdorf im Salzkammergut über afrikanische Wüstenregionen bis hin zu japanischen Megacities. Die Karten werden in der Folge gesammelt, verwaltet und geordnet. Sie bekommen einen smallIworldIARTIproject- Sticker verpasst, der aufzeigt, dass sie Teil dieses Projektes sind. Die Fakten zur Karte (Ort, Land, Kontinent, EinsenderIn, Grade of Separation) werden gesammelt und in die virtuelle Weltkarte eingetragen. So kann jede/r innerhalb kürzester Zeit sehen, ob die Karte auch wirklich angekommen ist.
Wie geht’s weiter? bzw. Ausstellungskonzept
Zu einem späteren Zeitpunkt (im Moment gibt es leider noch keinen genauen Termin, bei Angabe deiner E-mail-Adresse wirst du jedoch auf dem laufenden gehalten) werden die gesammelten Ansichtskarten dann im musealen Rahmen ausgestellt. Bei der Anordnung im White Cube wird auf die gewonnenen Erkenntnisse der Netzwerkanalysen Bezug genommen. Im Ausstellungsraum selbst können dann die zuvor gesammelten Postkarten von MuseumsbesucherInnen ausgewählt und verschickt werden. Hier bekommt der/die BesucherIn die eher selten vorkommende Möglichkeit, Postkarten aus der ganzen Welt direkt vom Ausstellungsort einem/r EmpfängerIn zukommen zu lassen:
Eine Karte aus Las Vegas für die Tante, eine andere aus dem Outback für den besten Freund, für die Oma eine vom Kurort, wo sie zigmal war. Es entsteht somit auch in der Ausstellung ein involvierendes Moment und gibt jedem/r die Chance, durch relativ geringen Aufwand, Teil einer performativen Kunstaktion zu werden.
Das Kunstwerk kann auch als ein Souvenir- Shop gedacht werden, welcher in prekären Situationen die Möglichkeit bietet, wegzufahren und dabei doch daheim zu bleiben. Der Ausstellungsort wird so zu einem beliebigen Sehnsuchtsort, von dem aus eine Ansichtskarte verschickt werden kann.